Kommaregeln

kommaregelnDie Kommasetzung ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei gibt es, seit der neuen deutschen Rechtschreibung, nur noch vergleichsweise wenig grundlegende Kommaregeln. Früher hat man 52 unterschiedliche Kommaregeln unterschieden, nach der Rechtschreibreform sind es nur noch Sieben:

  1. Aufzählungen
  2. Zusätze und Nachträge
  3. Datums,- Wohnungs- und Literaturangaben
  4. Bindewörter (Konjunktionen)
  5. Partizip- und Infinitivgruppen
  6. Satzreihen und Satzgefüge
  7. Hervorhebungen, Ausrufe, Anreden und Stellungnahmen

Unser Ziel ist es, einen möglichst verständlichen und praktischen Leitfaden mit Kommaregeln zur Verfügung zu stellen. In Zeiten von chatten, simsen, mailen, whats appen, werden aufgrund der schnellen Kommunikation die Grundregeln der Kommsatzung immer öfter missachtet. Frei nach dem Motto, der Empfänger wird schon verstehen, was ich meine. Doch oft können so auch Missverständnisse entstehen und es kommen unsinnige Satzaufbauten heraus.

Zu den sieben neuen Kommaregeln gibt es hier eine erste Übersicht mit Links zu weiteren Seiten, die die jeweilige Regel zur Kommasetzung noch vertiefen.

Die wichtigsten Kommaregeln in der Übersicht

 

1. Aufzählungen

Innerhalb eines Satzes werden Aufzählungen durch Kommata getrennt. Das ist wohl mit die am besten bekannte Regel zur Kommasetzung. Verbunden werden Aufzählungen, wenn diese nicht durch und bzw. oder verbunden sind. Allerdings gibt es auch hier einige Tücken und Stolpersteine.

Im Artikel zu Kommata in Aufzählungen gibt es Erklärungen, Beispiele und Tipps worauf es zu achten gilt. zum Artikel – Kommata in Aufzählungen →

2. Zusätze und Nachträge

Werden ergänzende Informationen zu einem Satz hinzugefügt, ohne die der Satz ebenfalls den gleichen Sinn ergeben würde, nennt man diesen Einschub eine Apposition. Sie werden mit Komma vom Hauptsatz abgetrennt oder von Kommas eingeschlossen. Das gilt für Einschübe, für Substantivgruppen und für Nachträge. Beispiel für einen Einschub: „Meine Lehrerin, eine attraktive Frau, hat gestern geheiratet.“Beispiel für einen Nachtrag: „Wir waren zu Besuch in Paris, der Hauptstadt von Frankreich.“

In unserem Artikel zur Kommasetzung bei Einschüben erklären wir worauf es zu achten gilt. „Kommasetzung bei Einschüben (Appositionen)“ →

 

3. Datums,- Wohnungs- und Literaturangaben

Auch bei Datums- und Zeitangaben müssen Kommaregeln beachtet werden. So werden zum Beispiel mehrteilige Datums- und Zeitangaben durch Komma getrennt. Das erste Komma muss gesetzt werden, das Zweite (in Klammern) ist möglich. Beispiel: „Ich komme am Montag, den 03. Dezember(,) um 16:20 am Berliner Bahnhof an.“

Beispiel für korrekte Kommasetzung bei Wohnungsangaben: „Das Reisebüro befindet sich in Bielefeld, Theordorstr. 20, 3. Stock.“. Ähnliches gilt für Literaturangaben: „Das Rezept war in der „Kochen und Genießen“, Heft 22, 2015, S. 12(,) zu finden.

Wir möchten mit unserem Artikel die wichtigsten Regeln, die es zu berücksichtigen gilt, erläutern. zu „Kommasetzung bei Datums- und Zeitangaben“ →

 

 4. Bindewörter (Konjunktionen)

In den meisten Fällen wird vor einer Konjunktion (ein Bindewort, welches einen Nebensatz einleitet) ein Komma gesetzt. Es gibt Ausnahmen von dieser Kommaregel, aber grundlegend trifft dies zu.

Von entgegengesetzten Konjunktionen spricht man, wenn Wörter wie aber, doch, jedoch, allein und vielmehr eine Erläuterung einleiten. Beispiel „Die Queen Mary ist ein großes, jedoch langsames Schiff.“ Von einschränkenden Konjunktionen spricht man bei Wörtern wie sondern. Als drittes gibt es nebenordnende Konjunktionen wie einerseits andererseits.

Konjunktionen können auch als eine Aneinanderreihung Satzteile miteinander verbinden. Beispiele sind: Teils – teils; je – desto; nicht nur – sondern auch; halb – halb. Beispiel: Das Gemälde ist nicht nur alt, sondern auch wertvoll.

Folgende Bindewörter kommen ohne Komma aus: Und; oder; beziehungsweise; entweder – oder; nicht – noch; sowie; sowohl – als auch; weder – noch.

In unserem Artikel erläutern wir Anhand einiger Beispiele genauer was zu beachten ist. „Kommasetzung bei Einschüben (Appositionen)“ →

 

5. Partizip- und Infinitivgruppen

Kommasetzung bei Reihungen von Adjektiven: Eine weitere Stolperfalle, in die viele Menschen häufig tappen, ist die Kommasetzung bei aufeinander folgende Adjektive. Arbeitet man nur nach dem Bauchgefühl, schlägt dies häufig fehl. Hilfestellung bietet unserer Artikel zu der Kommaregel „Reihungen von Adjektiven“.

Beispiel: „Christina, jung und erfolgreich, wurde zur neuen Vorsitzenden gewählt.“ Anhand weiterer Beispiele und einer Faustregel erleichtern wir die Zeichensetzung Komma bei der Reihnung von Adjektiven.

zum Artikel – Kommasetzung bei Reihungen von Adjektiven →

 

6. Satzreihen und Satzgefüge

Eine Kommaregel mit der viele Menschen in der Praxis häufig Probleme haben, ist die Trennung von Hauptsatz (HS) und Nebensatz (NS) durch Kommata. Bei einer Aneinanderreihung von Sätzen werden Hauptsätze durch Komma getrennt. Sind die Sätze aber schon durch nebenordnende Konjunktionen (einerseits andererseits) verbunden, KANN ein Komma gesetzt werden, muss aber nicht. Sind die Hauptsätze durch entgegenstehende Konjunktionen (aber, doch, jedoch, allein und vielmehr) verbunden, MUSS ein Komma gesetzt werden.

Beispiel: „Er ist ein starker Alkoholiker (HS), deshalb habe ich ihn verlassen. (NS)“ oder „Er kaufte sich das Haus (HS), in dem er als Kind gewohnt hatte. (NS)“

Ein Hauptsatz  wird vom Nebensatz getrennt, wie unter „Nebensätze durch Komma abtrennen“ beschrieben. Ist ein Nebensatz (NS) in einen Hauptsatz eingeschoben, steht sowohl vor als auch nach dem Nebensatz ein Komma. Hängt der Nebensatz von einem weiteren Nebensatz ab, werden beide getrennt. Beispiel: „Er kaufte sich das Haus, in dem er als Kind gewohnt hatte, um es anschließend zu renovieren“.

Kommaregel für betonte Satzteile: Es wird ein Komma gesetzt, wenn ein betonter Satzteil durch ein Pronomen oder Adverb eingeleitet wird. Beispiel: „Deine Mutter, die habe ich in der Küche arbeiten gesehen.“. Weiteres Beispiel: „Damals, da war die Welt noch in Ordnung.“

zum Artikel – Vergleichssätze mit Komma abtrennen →

 

7. Hervorhebungen, Ausrufe, Anreden und Stellungnahmen

Die Kommaregel für Anreden ist wohl die bekannteste. Beispiele sind „Sehr geehrter Damen und Herren, „; „Hallo Maria, „. Empfindungswörter wie „Ach, oh, autsch, pfui, ah, nanu,… werden durch ein Komma getrennt. Beispiel: „Oh, das ist eine gute Nachricht.“  Interjektionen. Aus grammatikalischer Sicht sind Interjektionen (auch Empfingungswörter genannt) der Anrede sehr ähnlich. Deshalb gelten für beide Fälle auch ähnliche Kommaregeln.

Ein Beispiel für eine Stellungsnahme ist „Ja, das tut mir sehr leid“.

Welche dies sind, erläutern wir in folgendem Artikel: „Kommasetzung bei Anreden und Interjektionen“ →